Nachfüllanleitung für PGI520 und CLI521er Serie

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Haftungsausschluss

Für Schäden, die durch eine unsachgemäße oder falsche Befüllung erfolgen, kann weder der Druckerhersteller noch wir haftbar gemacht werden.
Da die Tinte wasserlöslich ist, können die Fläschchen nach Gebrauch ausgewaschen und über die Wertstofftonne entsorgt werden. Spritzen und Kanülen (mit Schutzkappe!) gehören in den Restmüll. Bitte nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren!

Nachfüllanleitung PGI520 / CLI521xx

Im Spätsommer des Jahres 2008 sah die Welt für Refiller der PGI5 und CLI8er sehr rosig aus.
Es gab für die Patronen entwickelte Tinte und ein neuer Resetter für den Endverbraucher trieb ein Gros der Selfmade-Refiller ins Sparnirvana. Man befüllte günstig selber und hatte obendrein auch noch nen Tintenstand.

In Japan bei Canon aber war die Stimmung so gut, das jede Beerdigung ein Happening darstellte. Im Vergleich dazu war der Kalte Krieg ein 3 Monatiger Sommerurlaub auf den Malediven mit 30 Grad Wassertemperatur. Klar, man entwickelte eine den Konkurrenten überlegene Technologie, wollte die Investitionen wieder reinholen und musste nun mit Ansehen das die Kunden nach dem Druckerkauf zum örtlichen Tintendealer liefen um mit ihm gemeinsam böse über die armen, geknechteten Originalhersteller zu lachen.

Nachdem die Tränen aber getrocknet waren, besann man sich alter Tugenden und ließ den fiesen Kunden und Tintendealern das lachen vergehen. Die Technologie verscheuerte man den Kumpels bei HP in Kalifornien, machte die Patronen kleiner, setzte nen neuen Chip drauf und feierte sich selber. PGI520 und CLI521 waren von nun an Patronenbezeichnungen die, die bunte Refillerwelt ins rotieren brachten.

So sehen sie aus. Wie man unschwer erkennen kann, ähneln sie den PGI5 + CLI8ern sehr stark. Vorne Schwamm, hinten Kammer und am Einrastplastik einen Chip.

Einzig das ca. 25% kleinere Volumen und die neue Codierung des Chips machen sie "neu". Schlecht ausgeschlafene oder selbst abgefüllte Refiller würden sie nehmen und wie die Vorgänger vollknallen. Falsch wäre es nicht. Wieso sehen sie jetzt:

1. Austrittsöffnung abdichten

Die Tintenaustrittöffnung wird abgedichtet, ansonsten findet man seine Tinte überall aber nicht in der Patrone wieder. Optimal dafür geeignet sind spezielle Nachfüll/Transportclips. Aber selbst bei nicht besitz solcher, gibt es eine Lösung.

Die beim Original mitgelieferten Verschlussbügel einfach wieder ran setzen und mit Tesaband oder einen Schießgummi fixieren, wie bei der unten abgebildeten Patrone. Nicht schön, aber passt, wackelt und hat KEINE Luft.

Nachdem das Befüllobjekt nun gesichert ist, kommt das öffnen an die Reihe.

2. Patrone öffnen

Wehrte Lehrlinge des Refillhandwerks, bitte verfallen sie jetzt nicht in Panik. Die oben abgebildete Patrone ist zwar keine CLI521, sondern ne CLI8er, zeigt aber auch wunderbar auf wie es weitergeht.

Mit einem Handbohrer oder einem Akkuschrauber ( oder einem heißen Nagel ) wird nun über der hinteren Kammer ein Loch gebohrt. Möglichst darauf achten das keine Späne in die Kammer fallen. Denn diese könnten sich vor den Schwamm setzen und ihn verstopfen. Kein voller Schwamm, keine Competition. Also sachte bohren. ;)

Kommen wir zum Höhepunkt. Das Tinte einspritzen

3. Patrone befüllen

Das Befüllobjekt liegt jetzt dicht, geöffnet und bereit vor uns.

Wer sich schmuddelige Finger ersparen möchte, ist jetzt an dem Punkt angekommen um sich Handschuhe über zu streifen. Nervenlose Hardcorerefiller hingegen haben sich sicher schon vorher die Familienpackung Bimssteine aus dem lokalen Drogeriemarkt gesichert.

Die Spritze mit Tinte aufziehen, Nadel durch das gebohrte Loch rein halten und die Kammer langsam bis dreiviertel voll machen.

Dann die Patrone ruhig 1 Minute stehen lassen. Der Schwamm zieht sich nun die Tinte. Gut zu beobachten am sinkenden Pegel in der hinteren Kammer. Danach kann man diese bis zum Rand füllen und hat den schwierigsten Teil hinter sich gebracht..

Wenn sie es geschafft haben, ohne die dabei umliegende Umwelt zu überfluten, kommen wir jetzt zum verschließen des Befüllobjekts. Wenn nicht, verabschiede ich mich nun von Ihnen, danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit und wünsche viel Erfolg beim suchen von "günstigen" Originalpatronen im örtlichen Elektromarkt.

4. Patrone schließen

Drei Varianten erwiesen sich als sehr geeignet zum Luftdicht verschließen. Heißkleber, Rostfreie Schrauben und Gummistopfen. Auf Tesaband sollten sie verzichten, da seine Klebkraft auch nachlässt und damit die Patrone undicht machen könnte.

Ob alles richtig war merkt man spätestens dann, wenn die Patrone aus dem Clip bzw. Bügel genommen wird. Halten Sie sich schon mal Küchentücher bereit. Dazu aber gleich mehr.

Heißkleber: Einen Tropfen auf das Loch setzen und ein wenig raufdrücken um es ringsherum zu verteilen. Wenn sie zweifeln, ruhig noch mal einen Tropfen rauf. Lieber ein bisschen zu viel, als zu wenig

Schrauben: Benutzen Sie flache rostfreie, denn bei nicht rostfreien besteht die Gefahr das sich der Rost von der Schraube löst und den Schwamm verstopft. Zu hohe Schrauben könnten vom Druckkopf beim Betrieb durchs Innenleben gejagt werden und dieses beschädigen.

Wer aber auf eine Symphonie der Zerstörung steht, ignoriert den Hinweis einfach. ;)

Nun bis Anschlag rein drehen. Fertig

Gummistopfen: Stopfen aus der Packung nehmen und ins Loch stecken. Wenn er nicht passt, Loch etwas vergrößern. Sitzt er Locker, eine von den anderen beiden Varianten einsetzen oder Patrone neu kaufen und alles von vorne. ;)

Die vorher besorgten Küchentücher in hoher Dichte unter die Patrone legen und diese dann aus Clip/Bügel nehmen.

Wenn alles geklappt hat kommen höchstens zwei bis drei Tropfen aus der Öffnung. Wenn nicht, kommen viel mehr Tropfen und der Teppichhändler um die Ecke macht seinen Monatsumsatz. Also beim verschließen auf Nummer sicher gehen.

5. Patrone zum drucken überreden

Den aufwendigsten Teil haben wir soweit, hoffentlich schadlos, überstanden. Jetzt kommt es auf Ihre Überzeugungskraft an. ;)

Der Chip möchte nun noch dazu gebracht werden, sich wieder an die Arbeit zu machen. Denn durch das leer drucken der Originaltinte hat er sein Pensum eigentlich schon erfüllt und wird vom Drucker nicht mehr angenommen.

Zum einen gibt es einen Chipresetter (IRP605 von DrInkjet) - der setzt die Chips wieder auf voll - oder du deaktivierst die Chips einfach.

Deaktivieren heißt soviel wie den Chip zu Entsperren. Er wird dann zwar vom Drucker erkannt, zählt aber nicht mehr mit, was zur Folge hat, dass der Tintenstand nicht ermittelt werden kann und angezeigt wird.

Klicken Sie auf OK

Klicken Sie auf OK

Oben abgebildet die kommende Meldung wenn sie die eben gefüllten Patronen dem Drucker zum Fraß vorwerfen.

Nun betätigen sie die "Fortsetzen" Taste am Gerät und halten diese ca. 10 Sekunden lang gedrückt. Die Taste erkennen sie an dem im Kreis eingezogenen Dreieck. Die Meldung verschwindet nun. Bei einigen Rechnern dauert es manchmal ein bisschen länger bis das Fenster weg geht. Dafür kann dann der Drucker aber ausnahmsweise mal nix. ;)

Dieser Vorgang muss bei jeder Patrone einzeln durchgeführt werden.

Aber noch mal einen kleinen Hinweis, bevor sie losstürzen. Der Tintenstand, der jetzt nicht mehr angezeigt wird, dient gleichzeitig auch als Sicherungsfunktion. Im deaktivierten Zustand druckt das Gerät weiter, auch wenn die Patrone schon leer ist. Der Druckkopf läuft dadurch Gefahr Luft zu ziehen und aus zu brennen, da er von der Tinte gekühlt wird.

Ab und an mal einen konzentrierten Blick auf den Inhalt der Patronen schützt sie aber schon weites gehend vor dieser Gefahr.

Fertig.

Jetzt noch ein kleiner Blick auf den Kassenzettel für das Refillset und danach auf den Preis für einen Satz Originalpatronen dürfte genug Entschädigung und Entschuldigung für diese Plackerei sein. ;)

Geschrieben am 11.06.2009 von unseren Arne Z.

( Ich persönlich liebe seine Schreibweise und hoffe das es nicht das letzte war, was er für der Refiller schreibt )

PS: Die Resettanleitung findet Ihr hier noch etwas detailierter: LINK

Letztes Update - 23.09.2011 -

Danke Wolfgang für den Hinweis:

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Bei vielen
Technikproblemen
befindet sich das
Problem vor dem
Bildschirm.
Außer bei
Druckern,
die machen das
mit Absicht!!!

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