Drucker druckt Streifen? Erst prüfen, dann reinigen!
Drucker druckt Streifen? Erst prüfen, dann reinigen!
Ausgerechnet jetzt: Das Dokument muss fertig werden, doch der Drucker liefert weiße Linien, blasse Flächen oder ein Foto mit Streifen. Also sofort die Intensivreinigung starten?
Unser Der Refiller Professor legt erst einmal die Lupe auf den Tisch: „Bevor wir dem Drucker eine Tintendusche verpassen, schauen wir nach der Ursache!“
Dieser Beitrag hilft dir bei der Fehlersuche an Tintenstrahldruckern. Denn ein fehlerhafter Ausdruck bedeutet nicht automatisch, dass der Druckkopf verstopft ist.
1. Der Düsentest ist dein erster Anhaltspunkt
Öffne das Wartungsmenü am Drucker oder in der zugehörigen Druckersoftware. Die passende Funktion heißt je nach Hersteller beispielsweise „Düsentest“, „Düsenprüfung“ oder „Testmuster drucken“.
Vergleiche den Ausdruck mit dem Sollmuster im Gerätehandbuch. Fehlen Linien oder ganze Farben, ist das ein Hinweis auf ein Problem bei der Tintenausgabe. Eine gezielte Druckkopfreinigung kann dann der nächste Schritt sein.
Ist das Muster vollständig, bringt eine Reinigung möglicherweise nichts. Prüfe stattdessen die weiteren Hinweise zur Druckqualität im Handbuch. Bei versetzten Linien kann beispielsweise eine Druckkopfausrichtung vorgesehen sein.
2. Tintenversorgung und Patronensitz prüfen
Bevor du reinigst, kontrolliere den angezeigten Tintenstand und mögliche Fehlermeldungen. Prüfe außerdem, ob die Patronen entsprechend der Geräteanleitung richtig eingesetzt sind.
Tritt der Fehler direkt nach einem Patronenwechsel oder dem Nachfüllen auf, lohnt sich ein genauer Blick auf diesen Arbeitsschritt. Halte dich dabei an die Anleitung für das konkrete Patronen- und Druckermodell.
Wichtig beim Nachfüllen: Die passende Vorgehensweise lässt sich nicht pauschal auf jede Patrone übertragen. Füllmenge, Befüllöffnung und eventuell erforderliche weitere Arbeitsschritte müssen zur jeweiligen Bauform passen.
3. Reinigen mit Plan
Zeigt der Düsentest Aussetzer und stimmt die Tintenversorgung, starte die normale Druckkopfreinigung nach Herstelleranleitung. Prüfe das Ergebnis anschließend so, wie es dein Gerätehandbuch vorgibt.
Klicke nicht aus Ungeduld immer wieder auf „Reinigen“. Jeder Durchgang verbraucht Tinte. Wie viele Wiederholungen sinnvoll sind und wann eine Wartezeit nötig ist, hängt vom Modell ab.
Auch die Intensivreinigung ist kein allgemeiner erster Schritt. Canon beschreibt sie beispielsweise bei bestimmten Modellen erst nach erfolglosen normalen Reinigungen. Übertrage solche Abläufe nicht ungeprüft auf andere Geräte.
Professor-Merksatz: „Der Reinigungsknopf ist keine Wundertaste!“
4. Wenn der Fehler bleibt
Der nächste Schritt sollte sich am Ergebnis der bisherigen Prüfung orientieren:
- Das Testmuster verbessert sich: Folge dem weiteren Ablauf und den Wartezeiten im Gerätehandbuch.
- Eine Farbe fehlt weiterhin: Prüfe die Hinweise zur betreffenden Patrone und zur Tintenversorgung.
- Das Testmuster ist vollständig, der Ausdruck bleibt fehlerhaft: Suche im Handbuch nach Druckkopfausrichtung und weiteren Ursachen für schlechte Druckqualität.
- Es gibt keine Verbesserung: Lass die Ursache beurteilen, bevor du weitere Reinigungen oder einen Austausch auf Verdacht durchführst.
Eine manuelle Reinigung braucht eine Anleitung, die zum Druckkopf und zum Gerät passt. Eine allgemeine Bastelanleitung wäre hier zu wenig.
Unser Tipp von Der Refiller
Ein Düsentest liefert mehr Orientierung als die fünfte Reinigung aus Frust. Erst prüfen, dann gezielt handeln: So kannst du unnötige Reinigungsdurchgänge vermeiden.
Du brauchst Hilfe? Halte die genaue Druckerbezeichnung, die verwendeten Patronen und möglichst ein Foto des Düsentests bereit. Schreib dazu, ob das Problem nach längerer Standzeit, einem Patronenwechsel oder dem Nachfüllen aufgetreten ist. Das erleichtert die Eingrenzung.
Der Refiller – Druckerwissen seit 2007.
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